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Hamburg und sein Hafen werden zur digital vernetzten „Smart City“


17. Oktober 2014


Die Vernetzung von Gesellschaft, Ökonomie und Umwelt mittels Technologie auf Basis des Internet of Everything (IoE) war das zentrale Thema des kürzlich von der Stadt Hamburg abgehaltenen „M-Smart City Summit“.

Und es ist kein Zufall, dass führende Köpfe aus dem öffentlichen und privaten Sektor ausgerechnet hier unter dem Motto Connecting the Unconnected zusammenkamen. Denn Hamburg gehört zu den Vorreitern bei der Umsetzung der Vision einer vollständig digitalisierten Metropolregion, einer „Smart City“. Neben der Stadt und dem Hafen will die Hansestadt auch Wirtschaft und Bürger, das Gesundheitswesen, Hochschulen sowie weitere wichtige Organisationen virtuell miteinander verbinden.

Innerhalb weniger Jahre hat das historische Hamburg den Aufbruch ins 21. Jahrhundert nicht nur als modernisierte „Smart City“, sondern auch als Smart+Connected Community geschafft. In Anspielung auf die Wirtschaftskraft des Hamburger Hafens wird die Stadt daher von manchen auch als futuristische „Seatropolis“ bezeichnet.

Entscheidend für die Umsetzung: die Application Centric Infrastructure

 

In dem heute veröffentlichten Video „Das Internet of Everything macht Hamburg zur Smart City“ zeigen wir auf, wie ein ITK-Gesamtkonzept für eine umfassende Plattform auf Basis der Application Centric Infrastructure entwickelt wurde. Dieses integrierte Netzwerk umfasst Abteilungen und Organisationen im gesamten Stadtgebiet und schafft durch die nahtlose Vernetzung von Menschen, Prozessen, Daten und Dingen einen digitalen Überbau für die bestehende physische Infrastruktur.

Hamburg konnte durch seine Infrastrukturinvestitionen bereits bedeutende Einsparungen erzielen. Die Vernetzung des Hamburger Hafens ist ein perfektes Beispiel für die Umsetzung des Internet of Everything. Der Hafen, mit einer Fläche von 73 km² der zweitgrößte Europas nach Containerumschlag und Gesamttonnage, konnte:

  • Verkehrsstaus, verursacht durch Tausende von Schiffen, Autos, LKW und etwa 85 Bahnstrecken, um 15% reduzieren
  • Betriebsausgaben um 75% senken
  • die Zahl der Server von 242 auf 48 senken und damit Kapitalausgaben um 20% reduzieren

Bis 2025 wird erwartet, dass der Hafen den doppelten Durchsatz – das sind beinahe 17 Millionen Container pro Jahr – bewältigen muss, ohne dass die Hafenfläche erweitert werden kann.

Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority, sagt in unserem gemeinsam gestalteten Video: „Durch die Vernetzung der beweglichen Brücken mit dem Verkehrsmanagement erhöhen wir den Verkehrsfluss im Hafen.“ Läuft ein Schiff ein, wird eine Brücke geöffnet und der Verkehr auf eine andere Straße umgeleitet.

Der Hafen wird auch weiter ganz auf das IoE setzen – so ist Dr. Sebastian Saxe, CIO und CDO der Hamburg Port Authority überzeugt, dass das Internet of Everything die Zukunft entscheidend prägen wird: „Zukünftig wird der Hamburger Hafen eine noch größere Zahl an Containern abwickeln. Das ist eine große Herausforderung, die innovative Technologie erfordert.“ Cisco freut sich, Hamburg bei diesen künftigen Projekten zu unterstützen.

HafenCity Hamburg – IoE-gestützte „Stadt in einer Stadt“

 

Ähnliche Herausforderungen ergeben sich auch durch andere Initiativen der Verantwortlichen in Hamburg, die Stadt attraktiver für neue Einwohner, Berufstätige und Besucher zu machen (der Tourismus wächst pro Jahr um 30%, ein drittes Kreuzfahrtterminal befindet sich im Bau). So wandelt Hamburg eine alte und weitgehend ungenutzte Industriefläche jenseits des Hafens in eine IoE-gestützte „Stadt in einer Stadt“ um. Die HafenCity Hamburg erweitert das Stadtgebiet um etwa 40%, wird 6.000 Wohnungen und 45.000 Arbeitsplätze schaffen und täglich etwa 100.000 Besucher verzeichnen.

Um den Verkehr und das tägliche Leben in der HafenCity effizienter zu gestalten, sollen Parkplätze mit integrierten Sensoren ausgestattet werden, die Fahrern über entsprechende mobile Apps dabei helfen, einen freien Stellplatz zu finden.

Und das ist erst der Anfang. Die Vernetzung von Gesundheitswesen, öffentlicher Sicherheit und Bildungswesen ist bereits in Planung. Hamburg und zahlreiche weitere „Smart Cities“, darunter z. B. Kopenhagen, Barcelona oder Chicago, verbinden mithilfe von digitalen Plattformen auf Basis des Internet of Everything auch Einzelhandel, Fertigung, Transport und Energieversorgung und verändern so die Art und Weise, wie die Menschen arbeiten, leben, spielen und lernen.

Olaf Scholz, der Erste Bürgermeister von Hamburg, traf es auf dem M-Smart City Summit auf den Punkt: „Wir müssen im gemeinsamen Diskurs herausfinden, was wir möchten. Dann können wir das Potenzial des technologischen Fortschritts zum Wohle der Gemeinschaft nutzen.“

 

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