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Die Unterschiede der Server-TCO-Tools


21. November 2013


Jeder Server-Hersteller verfügt über eine Art Server-TCO-Tool. Ganz bewusst habe ich hierbei den Ausdruck „eine Art“ gewählt. Viele dieser Tools verfolgen keinen direkten Ansatz bei der Bestimmung der Gesamtbetriebskosten (TCO), sondern verfälschen stattdessen die Eingabeparameter durch feste Vorgaben, Bedingungen oder Annahmen. Natürlich bedient sich jedes Tool gewisser Annahmen oder Vorgaben – diese müssen allerdings gleichermaßen für alle Szenarien und Anbieter angewandt werden.

TCO-Analysen spielen eine wichtige Rolle bei der strategischen Entscheidungsfindung für Rechenzentren. Daher ist es besonders wichtig, dass diese Analysen zuverlässig, fundiert und gerecht sind. Tools, die diese Kriterien nicht erfüllen, sind nicht nur nutzlos, sondern schädlich. Sie liefern fehlerhafte Informationen und Analysen, was enorme Wettbewerbsnachteile nach sich ziehen kann: eine Verschwendung von Zeit und Geld. Falsche Entscheidungen ergeben sich aus fehlerhaften Daten und Analysen.

Ein Tool zur Bestimmung der Server-TCO sollte nicht einfach nur Kostenmodelle erstellen, sondern vielmehr folgende Anforderungen erfüllen:

1) Exakte Darstellung der Kosten für den Server und die dazugehörige Architektur;

2) Bereitstellung von funktionalen Modellen: Wie lassen sich Computing, Bandbreite und Management in Bezug auf das jeweilige Chassis, die zentrale Domäne und erweiterte Domänenebenen steigern oder optimieren?

3) Erstellung einer gerechten und angemessenen Analyse.

Nun sind „gerecht und angemessen“ vielseitig interpretierbare Begriffe, und es bedarf einer Definition. Zur Erstellung einer aussagekräftigen Analyse eines TCO-Tools muss man zunächst verstehen, was „gerecht“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Es ist keine komplizierte Angelegenheit, und das darf es auch nicht sein.

Nachfolgend finden Sie meine Definition von gerecht und angemessen.

  • Sämtliche Annahmen und Vorgaben müssen für alle Anbieter und Szenarien gleichermaßen gelten. Für TCO-Tools von Cisco werden als Vorgaben nur Tabellen von Intel verwendet, die die zusätzlichen Kosten pro Server beim Ausbau einer vorhandenen Umgebung abschätzen. Auf Grundlage solcher Schätzungen lassen sich „Alt vs. Neu“-Szenarien erstellen. Diese stellt Intel auf Anfrage allen Anbietern zur Verfügung. Die Tabellen gelten jedoch nicht für die Kosten neuer Server oder einer neuen Umgebung. Da diese Basis als Vergleichswert für alle neuen Server und Umgebungen dient – unabhängig vom Anbieter – ist sie als „gerecht und angemessen“ anzusehen.
  • Der Preis – und zwar nicht nur für Server – sollte stets dem Einzelhandelspreis (oder der UVP – unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers) entsprechen. Anschließend sollten Sie die Möglichkeit haben, die entsprechenden Rabatte je Anbieter hinzuzufügen. Voreingestellte oder feste Rabattierung in TCO-Tools oder die gezielte Verwendung anderer Referenzwerte als dem Einzelhandelspreis oder der UVP als Grundlage für einen Vergleich sind bestenfalls als unehrlich anzusehen.
  • TCO-Tools sollten Modelle für Server, Netzwerke und Management bereitstellen. Dies ist ein wichtiger Faktor, da Server nicht als eigenständige Einheit betrachtet werden können. Sie sind Teil eines Systems, welches ein bestimmtes Produkt liefert – Datenverarbeitung und -zugriff. Vergleichen Sie das Problem einmal mit dem Kauf eines Autos. Würden Sie nur auf den Motor achten oder die gesamte Elektrik, den Antrieb, die Lenkung usw. mit einbeziehen? Bei einem Auto spielen die Bedienung und Kontrolle (Management) für den Fahrer eine äußerst wichtige Rolle. Warum sollte dies nicht auch für ein TCO-Tool gelten?
  • Die Kapitalausgaben tragen nur ca. 20 Prozent (häufig weniger) zu den Gesamtbetriebskosten für die Server einer IT-Abteilung bei. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass ein TCO-Tool zur Erstellung von Modellen Betriebskostenvariablen für die Analyse berücksichtigen kann: insbesondere den Einfluss der Managementfunktionen eines Systems auf die betriebliche Effizienz der IT.

Wenn alle Server über die gleiche Architektur und den gleichen Funktionsumfang verfügen würden, bräuchten Sie keine Analysen durchzuführen. Da jedoch verschiedene Anbieter auch unterschiedliche Architekturen bereitstellen, sollte eine Analyse es Ihnen ermöglichen, die obigen Faktoren mit zu berücksichtigen. Diese Unterschiede können die Server-/Netzwerkarchitektur, deren Funktionen und ihr Management betreffen. (Dies gilt auch für Managementschnittstellen, Software und die Auswirkungen portabler Serverkonfigurationen sowie der Richtlinienverwaltung.)

Zur Erstellung einer angemessenen TCO-Analyse sollten die eingegebenen Daten die Gegenwart und Zukunft Ihrer Rechenzentrumsdaten widerspiegeln. Unerwünscht sind an dieser Stelle Eingabebeschränkungen aufgrund eingeschränkter Funktionen oder vorgegebener Annahmen. Die Bereitstellung Ihrer Daten macht die Analyse natürlich wesentlich komplexer, aber dafür erhalten Sie zuverlässige Ergebnisse ohne das Blendwerk, das viele Server-TCO-Tools als Tatsachen verkaufen.

Cisco bietet mehrere UCS TCO-Tools, die alle Anforderungen hinsichtlich Fairness und Ausgewogenheit erfüllen. Der Cisco UCS TCO/ROI Advisor liefert erstklassige Modelle zu potenziellen Einsparungen, die Sie mit dem UCS anstelle Ihrer vorhandenen Architektur (Rack- und Blade-Server) erzielen können. Wenn Sie lediglich einige schnelle Ergebnisse mit sehr wenigen Parametern benötigen, ist das kein Problem. Sie können aber auch mithilfe der Registerkarte „Assumptions“ (Annahmen) genauer ins Detail gehen und Ihr Rechenzentrum bis ins kleinste Detail organisieren. Das gilt für Server-, Netzwerk- und Managementaufgaben.

Wenn Sie noch mehr ins Detail gehen möchten, ist das Cisco UCS TCO Advanced Advisor-Tool die richtige Wahl für Sie und Ihre Rechenzentrumsdaten. Das Tool bietet verschiedene Eingabemöglichkeiten für Ihre vorhandene Umgebung sowie zahlreiche Anbieteralternativen für die neue Lösung. Das UCS TCO-Tool verfügt über mehr als 300 Eingabeoptionen, wie z. B.: bis zu zwei Switching-Layer zusätzlich zu Blade-Chassis-E/A-Modulen, nach Bedarf auch mit unterschiedlichen E/A-Protokollen (einschließlich 1GE, 10GE, FCoE und Fibre Channel), sowie ein separates Management-Netzwerk. Für Blade- und Rack-Server-Modelle sind folgende zusätzliche Optionen verfügbar: Serverkonfiguration, benutzerdefinierte Konsolidierungs- und Virtualisierungsquoten, Server-Netzwerk-Ports und -Varianten. Zu den Betriebskostenvariablen zählen die Kosten für Energie und Räumlichkeiten des Rechenzentrums, Kosten für das Personal, die für verschiedene Aufgaben aufgewandte Zeit und viele weitere Daten, wie z. B. zahlreiche benutzerdefinierte Betriebs- und Investitionskosten. Das Tool verwendet dieselben zuvor beschriebenen Basisdaten als Vergleichswert/Referenz zu zukünftigen Architekturen verschiedener Anbieter. Für die Verwendung des UCS TCO Advanced Advisor-Tools benötigen Sie die Unterstützung von Cisco oder Ihrem Cisco Partner Team. Wenn Sie an einer genau auf Ihr Unternehmen abgestimmten TCO/ROI-Analyse interessiert sind, sollten Sie sich baldmöglichst an Ihren Ansprechpartner wenden.

Gewährleistungsausschluss für TCO-Tools: Vergewissern Sie sich, dass Sie alle Annahmen oder Vorgaben, die vom Anbieter in das Tool integriert wurden, kennen und deren Auswirkungen auf Ihre Ergebnisse genau verstehen. Der Gebrauch eines Tools mit vielfältigen Modellierungsfunktionen nimmt mehr Zeit in Anspruch, ist aber oft auch der einzige Weg, Ergebnisse zu erhalten, die die tatsächliche Situation im Rechenzentrum widerspiegeln. An diesem Punkt Ihrer Rechenzentrumsplanung sollten Sie auf keinen Fall Abstriche machen, denn hier sichern Sie sich durch Ihre Investition einen Mehrwert.

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