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Das 1×1 der Automatisierung

- 03. August 2018 12:50

Automatisierung ist an sich nichts Neues und wird in den verschiedensten Industrien seit mehr als 100 Jahren eingesetzt. Wenn man nun also mal betrachtet, was in der Vergangenheit automatisiert wurde, kommt als Paradebeispiel immer wieder die Fertigungsstraße von Henry Ford.

In diesem Beispiel erkennt man recht plastisch den Sinn und Zweck von Automatisierung –> Standardisierte Prozesse sollen durch Maschinen oder durch Zuhilfenahme von Maschinen beschleunigt werden.

In der IT gibt es Prozesse, bei denen es nahe liegt diese zu zu automatisieren. Über die letzten Jahre hinweg habe ich viele unterschiedliche Wege bei Kunden begleitet, wenn es um das Thema Automatisierung ging. Daraus abgeleitet sind meine persönlichen 5 Prinzipien geworden:

  • Klein anfangen –> Ein bis zwei Anwendungsfälle, wie simple häufig genutzte Applikationen oder regelmäßig konfigurierte Infrastruktur bieten erstklassige Einstiegsmöglichkeiten. Sobald direkt versucht wird die komplexeste Applikation mit allen Abhängigkeiten zu automatisieren, wird man feststellen, dass der Aufwand enorm ist und in mindestens 4 von 5 Fällen zum Scheitern verurteilt ist.
  • Weltveränderungen sind (meistens) gut aber nicht immer notwendig –> Im Klartext bedeutet das, dass nicht immer versucht werden sollte die Grundstrukturen des Betriebes zu verändern. Es gibt durchaus Anwendungsfälle, bei denen ein radikaler Umbruch aktuell nicht machbar ist und die Umsetzung dann so komplex wird, dass es zu keinem Erfolg kommen kann. Genauer gesagt: Wenn man mit dem Ziel automatisiertes VLAN Deployment einen zeitlichen Vorteil bekommt, dann sollte man genau das umsetzen und nicht zwingend Abhängigkeiten in die Storage- und Computewelt herbeiführen.
  • Simple und häufige Aufgaben –> Alles, was länger als 5 Minuten dauert und häufiger als 1 mal pro Woche ausgeführt werden muss, muss automatisiert werden.
  • Komplexe und seltene Aufgaben –> Alles, was länger als 30 Minuten dauert und häufiger als 1 mal im Monat ausgeführt werden muss, muss automatisiert werden.
  • Prioritäten setzen –> Nur weil ein Task 30 Minuten in der Ausführung dauert und ich diesen 2 mal im Monat mache, heißt das nicht, dass ich diesen sofort automatisiert haben muss. Wichtig hierbei ist: Was kann ich einfach ernten und woran muss ich reifen, um Automatisierung herbeizuführen?

Warum war Henry Ford erfolgreich?

Sicherlich gibt es mehrere Aspekte, aber auf einen möchte ich hier besonders eingehen. Es wurde ein “Werkzeug” verwendet bzw. ein Prozess (mit Teilprozessen) automatisiert. Dieser Prozess war die Fertigung am Fließband. Es ging nicht darum die Materialbestellung und die Auslieferung an die Kunden auf das Detail genau zu optimieren. Es ging lediglich darum einen zeitraubenden Abschnitt zu verbessern.

Analog gesehen in der IT. Ein “Werkzeug” wird verwendet, um einen Prozess (mit Teilprozessen) zu optimieren.

Wenn wir beim Beispiel der VLAN Automatisierung sind, würde es beispielsweise bedeuten, dass wir den UCS Director verwenden, um unsere VLANs im gesamten Rechenzentrum auf meinen Nexus OS Switchen bereitzustellen. Sollte ich weitere Aufgaben automatisieren, nutze ich im Anschluss wieder den UCS Director im Rechenzentrum, um eine standardisierte Schnittstelle zu haben.


In Summe macht es wenig Sinn ein Werkzeug pro Prozess zu verwenden. Je mehr Prozesse ich unter dem gleichen Werkzeug beheimaten kann, desto effizienter werde ich.

Am Ende des Tages ist es bei der Automatisierung, wie mit allen anderen Themen. Es muss einfach passen. Ein One-Size-Fits-All gibt es nicht und abhängig von einzelnen Umgebungen ist zu prüfen, welche Lösung am geeignetsten ist.

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