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Verkehrsstaus und geschäftliche Engpässe – schon bald Relikte der Vergangenheit?


13. February 2015



Wim ElfrinkVon Wim Elfrink

 

Wenn ich in Silicon Valley wieder einmal im Stau stehe, bewegt sich meine Laune genauso schnell dem Nullpunkt entgegen wie die Tachonadel. In diesen Momenten denke ich immer wieder darüber nach, wie die digitale Synchronisierung von Straßen, Fahrzeugen und Ampelanlagen den Verkehrsfluss erhöhen, Schadstoffemissionen reduzieren, Verzögerungen verhindern und das Frustrationslevel der Autofahrer senken könnte.

Allein durch die Automatisierung in einigen wenigen Bereichen könnte das Verkehrs- und Unfallaufkommen deutlich reduziert werden. Zudem ließen sich dadurch Zeit, Treibstoffverbrauch, Smog und die Kosten für Straßen- und Fahrzeugreparaturen verringern. Damit würden wir auch einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Wenn ich also wieder einmal im Stau stehe, egal ob daheim oder auf Reisen, bin ich gedanklich stets bei der Frage, wie Verkehrsstaus schon bald der Vergangenheit angehören könnten.

Die Lösung liegt in der umfassenden Vernetzung unserer Welt – dem Internet of Everything. Wir möchten die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, leben, spielen und lernen, verändern.  Seit unserer Unternehmensgründung vor 30 Jahren gehört dies zu unseren wichtigsten Zielen. Zusammen mit unseren Partnern verfügen wir heute über die Möglichkeit, die Welt tatsächlich zum Besseren zu verändern.

Und dazu zählt auch die Vermeidung von Verkehrsproblemen.

Studien zufolge resultiert jede einzelne Minute, die die Räumung der Straße nach einem Verkehrsunfall in Anspruch nimmt, in einer vierminütigen Verzögerung, bevor der Verkehr wieder fließt. Die Verzögerung selbst ist dabei nicht das einzige Problem. Verkehrsstaus verursachen heute allein in den USA jährliche Kosten von mehr als 124 Mrd. USD.  Bis zum Jahr 2030 rechnen Experten damit, dass der amerikanische Durchschnittshaushalt 33 % mehr Verkehrsausgaben haben wird als heute. Zudem könnten sich die jährlichen Kosten in diesem Bereich in den Vereinigten Staaten und Europa gegenüber den heutigen Kosten nahezu verdoppeln.

Sie möchten gern mehr erfahren? >> Hier finden Sie einige Einblicke, wie Verkehrsstaus schon bald der Vergangenheit angehören könnten.

Es gibt bereits erste Beispiele für die Vernetzung von Straßen, Autos, Fahrern, Ampeln, Parkplätzen, öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Güterverkehr. Wie erste Ergebnisse zeigen, konnte der Verkehrsfluss deutlich verbessert werden, es kam zu weniger Unfällen und die Transportkosten konnten gesenkt werden. Und es wird eines Tages dazu führen, dass Verkehrsstaus vollständig vermieden werden können.

Möglich macht dies die Vernetzung unterschiedlicher intelligenter Transportsysteme, die dadurch einen zentralen Überblick über ganze Straßensysteme bieten, einschließlich der Straßenverhältnisse, Baustellen und Transitinformationen. Vernetzte Straßen und vernetzte Städte tragen zu einer beschleunigten und verbesserten Entscheidungsfindung bei und reduzieren gleichzeitig Betriebs- und Wartungskosten.

Ich glaube, den Anfang vom Ende haben wir bereits geschafft. Die Zahl der vernetzten Städte rund um den Globus steigt.

Smart Citys wie San Carlos in Kalifornien setzen Datenlösungen ein, um die Ankunft und Abfahrt von geparkten Autos zu analysieren und so das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Darüber hinaus können die Fahrer so schnell und einfach freie Parkplätze finden. Ziel ist es, das Aufkommen von Verkehrsstaus in Stadtzentren zu verringern. 30 % dieser Verkehrsstaus werden nämlich allein durch die Parkplatzsuche verursacht.

Die Stadt Barcelona ermöglicht Einwohnern und Touristen mehr Sicherheit und Lebensqualität, indem Ampelsysteme mit anderen Dingen (sei es der Fußgängerfluss oder ein freier Parkplatz) vernetzt und synchronisiert werden. Das erhöht die Sicherheit und erzeugt eine effizientere Umgebung für alle Beteiligten.

In Hamburg, einer der größten und wichtigsten europäischen Hafenstädte, wird der Hafenbetrieb mit dem Verkehr in der Stadt vernetzt. Der Schiffsverkehr wird mit den umliegenden Brücken und Ampelanlagen vernetzt, woraus sich ein umfassendes Datensystem ergibt, das alle Informationen rund um den Hafen analysiert. Die Ergebnisse reichen von einem verbesserten Verkehrsfluss bis hin zu optimierten Umweltbedingungen.

Der Fortschritt des Internet of Everything ist wahrlich verblüffend. Die Rolle, welche die IT bei dieser allgemeinen Transformation spielt, ist besonders aus Sicht unserer Branche aufregend und bemerkenswert. In der Tat bin ich der Meinung, dass neben Gas, Wasser und Elektrizität die IT den Platz als vierte zentrale Infrastruktur einnehmen muss, um die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.

Im Zuge der zunehmenden Vernetzung unserer Welt ergeben sich für viele Branchen immense neue Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen können ihre Produktivität steigern, neue Einnahmequellen erschließen, Innovationen fördern, das Kundenerlebnis verbessern sowie die Ressourcennutzung und Betriebsabläufe optimieren.

Das Internet of Everything birgt ein enormes Potenzial und nicht nur Verkehrsstaus werden damit schon bald zu einem Relikt der Vergangenheit. Es warten noch viele spannende Herausforderungen auf uns und ich freue mich darauf, an deren Lösung beteiligt zu sein.

 

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