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Harvard Business Review über „Personal Social Media Strategy“


14. Januar 2011


Schon mal über den persönlichen Social Media Auftritt nachgedacht? Im Dezember habe ich die November-Ausgabe der „Harvard Business Review“ (HBR) bekommen. An sich interessanter Artikel darin über das Thema „Personal Social Media Strategy“  von Soumitra Dutta, Professor an der INSEAD. Der Nutzwert ist aber überschaubar.

Eine der erwähnten Erfolgsgeschichten in dem Artikel ist übrigens Cisco CTO Padmasree Warrior mit ihrer beeindruckenden TWITTER-Präsenz von 1,5 Millionen “Followern“. Zu Beginn stellt der Autor aber erst einmal zwei – sehr plakative – Beispiele aus der Praxis gegenüber. Info vorab: falls den Artikel jemand nachbestellen möchte, der Code für HBR-Reprint ist R1011L.

IT-CEO vs. MIXER-HERSTELLER

Der Artikel beginnt mit der Story vom CEO einer globalen IT Firma, der im Zuge eins Vortrages an einer Uni sehr offenherzig – im Sinne von kontroversiell – über das Thema “Netzneutralität” gesprochen hat. (Anm: dabei geht es um die aktuelle Diskussion im Service Provider Business, ob Nachrichten im Internet nach Inhalt oder Bezahlung beschleunigt werden dürfen/ sollen oder nicht.)

Nach seinem Vortrag ist es im Web und auf Social Media Plattform zu einem heftigen Streit gekommen. Davon haben aber weder der CEO (“…Social Media ist nicht mein Ding…”) noch seine Kommunikationsabteilung (!) etwas mitbekommen.

Im anderen Beispiel geht es um den Gründer einer kleinen Mixer-Firma im Opa-Alter, der mit seinen YouTube Videos (in denen er iPhones, MP3-Player etc. in seinen Mixern schreddert) in den USA zum Medienstar geworden ist. Und das obwohl er “keine Ahnung von YouTube hatte, bevor ihm sein Marketing Chef davon erzählt hatte”.

VERGLEICHBAR MIT EUROPA?

Allgemeingültigkeit würde ich aus diesen Beispielen nicht unbedingt ableiten. Einerseits hoffe ich, dass es nur wenige IT-Firmen gibt, deren Kommunikationsabteilung sich 2010 noch immer nicht mit Social Media beschäftigt haben. Und andererseits ist es in Europa vermutlich weniger wahrscheinlich, dass Kleinunternehmer-Großväter zu einem “Internet Rock-Star, oftmaligem Radio- und TV-Gast, Werbe-Ikone, Darsteller in Musik-Videos und Vortragenden über Viral-Marketing” werden – vor allem wenn sie ursprünglich selbst wenig damit am Hut hatten.

In weiterer Folge nennt Dutta 3 Gründe, warum sich Spitzenmanager heutzutage für Social Media interessieren müssen:

1) Sie bieten eine kostengünstige Plattform um eine persönliche Marke aufzubauen – sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Unternehmens
2) Manager können gleichzeitig mit ihren Peers, ihren Mitarbeitern, mit Kunden und der Öffentlichkeit in Verbindung treten
3) Soziale Medien ermöglichen es, rasch und direkt Feedback zu bekommen und daraus zu lernen

Darauf basierend hat Dutta eine Matrix erstellt, um die jeweils richtige Plattform für die entsprechenden Bedürfnisse zu finden: Perönlich & Privat/ Beruflich & Privat/ Persönlich & Öffentlich/ Beruflich & Öffentlich.

Hier beginnt es dann unübersichtlich und kompliziert zu werden.  Er empfiehlt für jeden Sektor Beispiele von Sozialen Medien, die es entweder im deutschsprachigen Raum nicht gibt (Yammer) oder die Abgrenzung ist nicht so einfach, wie er gerne simplifizieren würde: er sieht Facebook  nur im Segment „Persönlich & Privat“ was mittlerweile in der Praxis nicht ganz so eindeutig ist.

KEIN OUTSOURCING BITTE!

Womit Dutta definitiv richtig liegt ist der Appell, in 3 Breichen Entscheidungen zu treffen bzw. Prioritäten zu setzen:

a) Gehen die persönlichen Ziele eher in berufliche oder in private Richtung? Anmerkung: gerade das ist aber heutzutage und vor allem fuer SpitzenmanagerInnen schwer zu trennen

b) Will man vor allem eine private/ eingegrenzte (also nicht-öffentliche) Personengruppe ansprechen – oder vor allem die breite Masse erreichen?

c) Welche Ressourcen stehen einem eigentlich zur Verfügung? Vor allem im Sinne von: hat man die Zeit und den Willen, sich selbst darum zu kümmern? Denn die wichtigste Regel ist: Outsourcing gilt nicht. Social Media lebt von Authentizität und die kann das PR-Team oder eine Agentur nicht liefern

CONCLUSIO

Der Artikel reisst wichtige Themen an und gibt durchaus Denkanstöße. Letzendlich helfen aber für eine „Persönliche Social Media Strategie“ nur die zwei Dinge, die auch für jedes Unternehmen gelten: 1. Man muss sich überlegen, was man will 2. Man muss experimentieren & Erfahrungen sammeln.  Das ist wenig spektakulär – hilft aber ganz sicher.

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